Das Jahr 2025 brachte eine überdurchschnittlich frühe Fruchtreife der roten Johannisbeere und der Rosskastanie, die jeweils es auf Platz 2 der Beobachtungsreihen seit 1926 schafften. Überdurchschnittlich früh trat dieses Jahr auch die Fruchtreife der Süßkirsche ein. Von den phänologischen Jahreszeiten hat sich dieses Jahr der Frühherbst am stärksten verschoben mit über 3 Wochen im Vergleich zu 1961-1990.
Aufgrund der kühleren Temperaturen zu Beginn der zweiten Februarhälfte war der Blühbeginn von Hasel und Schneeglöckchen etwas verspätet im Vergleich zum Mittel über die Jahre 1991-2020. Der meteorologische Frühling von März bis Mai verlief im Mittel zu warm im Vergleich zum Klimanormalwert, vor allem März und April waren zu warm, wodurch viele Phasen verfrüht eintraten. Durch einen im Vergleich zu 1991-2020 kühlen Mai verspätete sich der Blühbeginn des Knäuelgrases und der Weinrebe. Im Mittel über Österreich war der Blühbeginn der Weinrebe ca. 6 Tage zu spät verglichen mit dem langjährigen Mittel 1991-2020, im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 im Durchschnitt. Trotz des eher kühlen Bedingungen im Mai begannen Robinie und des Schwarzen Holunder verfrüht zu blühen.
Der Juni war der drittwärmste der Messgeschichte und ermöglichte eine überdurchschnittlich frühe Fruchtreife von rote Johannisbeere und Süßkirsche. Durch die warme Witterung bis Anfang Juli wurde die Vollreife des Weizens bereits Ende Juni beobachtet, wodurch gebietsweise bereits Mitte Juli geerntet werden konnte. Die mittlere Reife der Marille am 10.Juli entsprach genau dem langjährigen Durchschnitt von 1991-2020. Im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 hat die Reife der Marille um rund 15 Tage früher eingesetzt.
Aufgrund der warmen Witterung des Septembers setzte die Fruchtreife der Rosskastanie besonders früh ein. Nur im Jahr 1931 war die Rosskastanien-Reife etwas früher. Die Blattverfärbung von Apfel und Rotbuche trat verspätet ein, dementsprechend verschob sich der Vollherbst nach hinten. Auch die Verfärbung der Blätter der Stieleiche, die den Spätherbst einleitet, setzte 2025 recht spät ein.
Im Vergleich zum extremen Jahr 2024 erfolgte die phänologische Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2025 langsamer, doch im Vergleich zum Mittel über 1961-1990 traten die phänologischen Frühlings-Jahreszeiten, sowie der Frühsommer, verfrüht auf. Zieht man das Mittel über 1991-2020 als Referenz heran, liegt die Mitte des Vorfrühlings im Durchschnitt, während sich das mittlere Datum des Erstfrühlings, des Vollfrühlings und des Frühsommers um ein paar Tage vorverschoben haben. Spätsommer und die phänologischen Herbstjahreszeiten haben sich hingegen nach hinten verschoben. Die Vegetationsperiode des phänologischen Jahres 2025 hat also zu früh begonnen und verspätet geendet. Insgesamt dauerte die Vegetationsperiode etwa 241 Tage, und somit 12 Tage länger als eine durchschnittliche Vegetationsperiode in den Jahren 1991-2020 und 24 Tage länger als eine durchschnittliche Vegetationsperiode in den Jahren 1961-1990. Von 2019 bis 2024 waren die Vegetationsperioden jedoch länger.

