Naturschutzflächen flexibler mähen

Unsere Bauern, die in und mit der Natur arbeiten, haben es in den letzten Jahren genauso bemerkt wie viele andere Naturbeobachter auch. Vor allem im Frühjahr und Frühsommer gleicht die Naturentwicklung der letzten Jahre einer Hochschaubahn. Einmal zieht der Frühling viele Wochen früher als gewohnt ins Land, dann lässt sich die Natur ungewohnt viel Zeit. Obwohl sich späte und frühe Jahre oft abwechseln, zeigt sich im mehrjährigen Vergleich ein merkbarer Trend ab. Durch den zeitigeren Frühjahrseinzug mit höheren Temperatursummen werden die Wiesen oft früher mähreif als in den Jahrzehnten zuvor. Je nach Region und Höhenlage haben vor allem 2007 und 2014 die Gräser bis zu 3 Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt mit dem Rispenschieben und der Blüte begonnen.

Diese Entwicklung in der Natur hat dazu geführt, dass in der laufenden ÖPUL-Programmperiode eine weitere Möglichkeit zur Flexibilisierung von Schnittzeitauflagen bei WF-Flächen entwickelt wurde. Neben der in einigen Bundesländern angebotenen, prämienrelevanten Auflage „Schnittzeitpunktverzögerung anhand phänologischer Zeigerpflanzen“, die den Betrieben sehr hohe und auf die lokale Naturentwicklung vor Ort bestens abgestimmte Flexibilität ermöglicht, wurde eine zusätzliche, nicht prämienrelevante Auflage entwickelt.

Zur Projektwebseite www.mahdzeitpunkt.at