14.12.2017

Rückblick auf das phänologische Jahr 2017

Überall werden in den nächsten Wochen die Rückblicke auf das Jahr 2017 auftauchen. Nachdem wir uns in der Phase der Vegetationsruhe befinden, kann die Phänologie etwas früher schon ein Fazit liefern.

Die überwiegend rote Färbung in der Abbildung aus dem Phänospiegel deutet an, dass die phänologischen Phasen der Pflanzen während der heurigen Saison mehrheitlich früher eintraten, als im langjährigen Durchschnitt.

Die Witterung zeigte einen den früheren Eintrittszeiten entsprechend überdurchschnittlichen Temperaturverlauf, der von zwei markanten Kälteperioden unterbrochen wurde. So begann das Jahr gleich mit einer Kälteperiode im Jänner, die für einen mittleren Vorfrühlingsbeginn sorgte (Beginn der Blüte des Schneeglöckchens 24. Februar). Die extrem warme Episode von Februar bis Mitte April beschleunigte die Entwicklung der Vegetation und führte zu einem etwa zweiwöchigen Vorsprung (Beginn der Blüte der Rosskastanie 16. April).

Mit einer Serie von Kaltluftvorstößen wurde der warme Frühling für etwa drei Wochen unterbrochen. Die Obstkulturen erlitten verbreitet Spätfrostschäden.

 Mit der überdurchschnittlichen Wärme im Mai und Juni beschleunigte die Entwicklung der Pflanzen, sodass sich bis Juni ein etwa 10 tägiger Vorsprung aufbauen konnte (Beginn der Fruchtreife der Johannisbeere 17. Juni). Ende Juni waren damit die phänologischen Phasen der ersten Jahreshälfte mit Laubaustrieb, Blüte und die frühen Reifephasen abgeschlossen. Vom Hochsommer bis in den Früherbst stellt sich eine Zeit der relativen phänologischen Ruhe ein. Zu den wenigen Phasen, die in den Juli fallen, gehört die Reife der Marille, die heuer etwa 11 Tage vor dem langjährigen Mittel auf Platz 11 der 71 jährigen Reihe fiel. Mit dem Ende des Sommers begann die Fruchtreife der Rosskastanie, die so ihren Trend zu früheren Eintrittszeiten fortgesetzte. Sie lag heuer auf Platz 2 der 72 jährigen Reihe, das war fast zwei Wochen früher, als im langjährigen Durchschnitt.

Laubverfärbung und Laubfall traten heuer recht uneinheitlich in Erscheinung. Allgemein lässt sich über die letzten Jahrzehnte ein gewisser Trend zu einer Verschiebung zu späteren Zeitpunkten beobachten. Diesen Herbst finden wir hingegen den Beginn der Laubverfärbung und des Laubfalles im Bereich der langjährigen Normalwerte. Diese herbstlichen Phasen leiten die Zeit der Vegetationsruhe, auch Endodormanz genannt, ein. Durch ein gewisses Maß an Kältesummen im Herbst und Winter wird die Endodormanz aufgehoben und bei entsprechender Wärme im nächsten Frühling kann ein neuer Vegetationszyklus beginnen.