21.12.2018

Phänologischer Jahresrückblick 2018

Der deutlich überdurchschnittlich milde Jänner begünstigte einen frühen Blühbeginn von Vorfrühlingsphasen, wie Hasel, Schneeglöckchen und Winterling. Zum Leidwesen der AllergikerInnen setzten Hasel und Erlen erste Pollen frei. Der kalte Februar brachte den im Jänner einsetzenden Vorfrühling zum Stillstand. Auch der deutlich zu kalte März bewirkte nur ein zögerliches Fortschreiten des Vorfrühlings. Schneeglöckchen und Hasel setzten ihren Blühte im März fort, während die Forsythie erst Anfang April und damit sieben bis zehn Tage später als im langjährigen Durchschnitt zu blühen begann. Die sehr warmen Monate April und Mai beschleunigten den Vegetationszyklus und eine beeindruckende Aufholjagd folgte.

Die Marillenblüte begann mit dem 3. April bereits ziemlich genau zu ihrem durchschnittlichen Zeitpunkt. Der Beginn der Kirsch-, Zwetschken- und Apfelblüte setzte wenige Tage vor dem langjährigen Mittel (11., 12. und 17. April) ein, und der Flieder war mit seinem Blühbeginn im Vergleich zum Durchschnitt (um den 28. April) schon eine Woche früher dran. Vergleicht man die Situation Ende Mai mit der Gesamtreihe seit 1946, blühten. Holunder, Robinie und Knäuelgras rund zwei Wochen früher als in einem durchschnittlichen Frühling. Die überdurchschnittlichen Temperaturen hielten bis in den Sommer an. Sie verursachten extrem kurze Zeitperioden zwischen Blüte und Fruchtreife. So benötigte der Schwarze Holunder für die Fruchtreife 76 Tage, drei Wochen weniger, als im langjährigen Schnitt. Durch die sommerliche Trockenheit kam es in einigen Regionen Österreichs zu einem vorzeitigen Vergilben der Blätter mit nachfolgendem Neuaustrieb. Der Herbst verlief ebenfalls überdurchschnittlich warm. Auf Grund der augenblicklichen Datenlage können die Eintrittszeitpunkte der Herbstphasen noch nicht eingeordnet werden.