02.06.2018

Die phänologische Entwicklung im Frühling 2018

Der deutlich überdurchschnittliche milde Jänner begünstigte einen frühen Blühbeginn von Vorfrühlingsphasen, wie Hasel, Schneeglöckchen und Winterling. Zum Leidwesen der AllergikerInnen setzten Hasel und Erlen erste Pollen frei. Der kalte Februar brachte den im Jänner einsetzenden Vorfrühling zum Stillstand. Auch der deutlich zu kalte März bewirkte nur ein zögerliches Fortschreiten des Vorfrühlings. Schneeglöckchen und Hasel setzten ihren Blühbeginn fort und vereinzelt wurden Schmetterlinge beobachtet, die aus ihrer Winterruhe aufwachten (Kleiner Fuchs und Zitronenfalter überwintern als erwachsene Tiere).

  

Durch den kalten März begann die Forsythie erst Anfang April zu blühen, während diese im Schnitt (1946 – 2017) um den astronomischen Frühlingsanfang erfolgt. Nach dem kalten Februar und März schickte der warme April die Pflanzen in eine unvergleichliche Aufholjagd. Die rekordnahen Apriltemperaturen beschleunigten den Vegetationszyklus, sodass die Pflanzen die Verzögerung ihrer Entwicklung ausgleichen konnten. Die Marillenblüte begann am 3. April mit nur einem Tag Rückstand zum langjährigen Mittel. Der allgemeine Laubaustrieb setzte kurz danach ein. Mit zwei bis vier Tagen hinter dem langjährigen Mittel begannen die Lärchen ihre Nadeln auszutreiben, Rosskastanie, Birke, Bergahorn, und Stiel-Eiche folgten wenige Tage später mit dem Austrieb der Blätter. Der Beginn der Kirsch-, Zwetschken- und Apfelblüte setzte wenige Tage vor dem langjährigen Mittel (10., 14. und 17. April) ein. Um den 16. April begann der Wein auszutreiben. Der Flieder war mit seinem Blühbeginn im Vergleich zum Durchschnitt fast eine Woche früher dran. Der warme und frühsommerliche Witterungscharakter des April setzte sich bis in den Mai hinein fort, womit die Pflanzen ihre Entwicklung weit über ihren Rückstand hinaus vorantreiben konnten. Vergleicht man die aktuelle Situation mit der Gesamtreihe seit 1946, ereignete sich das Ende der Apfelblüte eine Woche früher, während Holunder, Robinie und Knäuelgras etwa zwei Wochen früher zu blühen begannen.

 

Mai 2018

Der warme und frühsommerliche Witterungscharakter des April setzte sich bis in den Mai hinein fort, womit die Pflanzen ihre Entwicklung weit über ihren Rückstand hinaus vorantreiben konnten. Schon während der ersten Aprilwoche hatte die Vegetation ihren Rückstand wettmachen können. Insgesamt passen damit die Eintrittstermine der Leitphasen für den Mai, das sind Ende der Apfelblüte (27. April), Blühbeginn des Schwarzen Holunders (4. Mai), der Robinie (6.Mai) und des Knäuelgrases (9. Mai) in die Reihe der Eintrittstermine der letzten 15 Jahre. Vergleicht man die aktuelle Situation mit der Gesamtreihe seit 1946, ereignete sich das Ende der Apfelblüte eine Woche früher, während Holunder, Robinie und Knäuelgras etwa zwei Wochen früher zu blühen begannen. Die Holunderblüte fällt heuer auf den Platz 3, nur wenige Tage später als 2007 und 2014.