27.04.2018

Citizen Science Award 2018 - Mähen nach dem Naturkalender

Naturinteressiere beobachten Hollerblüte und Knäuel-Gras und helfen so den Bauern ihre Wiesen ökologisch nach dem Naturkalender zu bewirtschaften

Mit doppelt so hoher Geschwindigkeit wie im weltweiten Durchschnitt ist die Jahresmitteltemperatur im Alpenraum während der letzten 100 Jahre um etwa 1.8°C angestiegen. Das wirkt sich nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf unsere Pflanzen und Tiere aus. So zieht der Frühling mit der ersten Blüte oder dem Beginn des Laubaustriebs um etwa 7 bis 10 Tage früher ins Land als noch vor 30 Jahren und auch der Beginn der Herbstverfärbung des Laubes hat sich in manchen Regionen um einige Tage nach hinten verschoben. Insgesamt ist es dadurch zu einer Verlängerung der Vegetationsperiode um bis zu zwei Wochen gekommen.

 

Flexible Mähtermine für die Landwirtschaft

Spürbare Auswirkungen hat die zeitigere Naturentwicklung jedenfalls auch auf unsere Bauern. So macht zeitigeres Wachstum von Gräsern und Kräutern auch die Wiesen früher mähreif. Das kann dann zum Problem werden, wenn man als Bauer im Rahmen des Agrarumweltprogrammes einen Fördervertrag hat, in dem steht, dass man seine Wiesen Jahr für Jahr nicht vor einem bestimmten, immer gleichen Kalendertag mähen darf. Damit soll eine hohe Artenvielfalt auf den Flächen erzielt und der Ertragsentgang für den Bauern finanziell abgegolten werden. Eigentlich eine gute Idee, nur passen in den letzten Jahren das fixe Mähdatum und die tatsächliche Wiesenentwicklung nicht mehr zusammen, da sich der Naturkalender nicht wirklich an den Datumskalender hält.

Damit unsere Bauern flexibel je nach Naturkalender mähen können, haben die Behörden mit dem Büro LACON, dem Büro :grünes handwerk und der ZAMG ein Projekt gestartet, in dem die Bauern in Jahren mit zeitiger Naturentwicklung auch früher mähen dürfen. Wann es soweit ist, erfahren die Betriebe auf www.mahdzeitpunkt.at. Derzeit beobachten über 150 Bauern die Wiesenentwicklung anhand des Rispenschiebens des Knäuelgrases sowie der Blüte des Schwarzen Holunders. Mit diesen Daten wird ein Computermodell errechnet und in Jahren mit zeitiger Vegetationsentwicklung der Mähzeitpunkt für die Bauern bezirksweise freigegeben.

 

Mit phänologischen Beobachtungen unseren Wiesen und Bauern helfen

Im Zuge der Computermodellierungen hat sich schnell gezeigt, wie wichtig möglichst viele Beobachtungen sind. Damit die Mähzeitfreigaben für die Bauern richtig treffsicher werden, braucht es hunderte Beobachtungen von Wiesen-Knäuelgras und Schwarzem Holunder in allen Regionen und Höhenlagen Österreichs. Im Zuge des Citizen-Science Awardes möchten wir es schaffen, viele viele Menschen für das Beobachten und melden des Rispenschiebens des Wiesen-Knäuelgrases und der Hollerblüte mit der Smartphone-App „Naturkalender ZAMG“ zu begeistern. Damit leisten die BeobachterInnen nicht nur wertvollen wissenschaftliche Beiträge zur Verdeichtung des Beobachtungsnetzwerkes sondern helfen tausenden Bauern in ganz Österreich dabei, dass sie flexibel nach dem Naturkalender mähen und damit die bunte Artenvielfalt unserer Wiesen erhalten können.

 

Wie kann man mitforschen?

Mit der Smartphone-App „Naturkalender ZAMG könnt ihr eure Beobachtung des Rispenschiebens des Wiesen-Knäuelgrases und der Hollerblüte ganz einfach an uns übermitteln. Nebenbei können auch noch andere Pflanzen beobachtet werden. Alle Informationen dazu findet ihr unter: www.naturkalender.at 

 

Gewinne beim Citizen Science Award

Je nach Kategorie (Einzelperson/Schulklasse) werden die 10 BeobachterInnen mit den Meisten Einträgen zur Blüte des Hollers und Ährenschieben ermittelt. Aus diesen werden die Gewinner ausgelost. Der Mindestabstand der Beobachtungen beträgt 500m.

Weitere Projekte vom Citizen Science Award findest du unter: https://www.zentrumfuercitizenscience.at/en/citizen-science-awards-2018